Perserkatze Geschichte

Zuchtbeginn Perserkatze

Die Zucht der Perserkatze im heutigen Sinne nahm ihren eigentlichen Anfang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England.

Genetische Verwandtschaft

Bisher wurde angenommen, dass die Perserkatze durch gezielte züchterische Selektion überwiegend aus Langhaarkatzen nahöstlichen Ursprungs herangezüchtet wurden. Inzwischen gilt das wohl als widerlegt, denn nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Genforschung gibt es keine Verwandtschaft mit einer asiatischen Linie, wie die der Angorakatze. Es gibt allerdings eine genetische Übereinstimmung mit der russischen langhaarigen Hauskatze, dem Vorfahr der sibirischen Katze .

Im August 2014 wurde auf dem 10. Weltkongress für angewandte Genetik in der Nutztierproduktion (WCGALP) in Vancouver (Kanada) eine umfangreiche wissenschaftliche Studie der University of Missouri, Veterinärmedizin und Chirurgie, vorgestellt. Diese zeigte auf, dass die Perserkatze eine Zufalls-Züchtung aus Exemplaren der russischen Hauskatze war. Um zur Perserkatze zu gelangen, wurden wohl Langhaarkatzen zunächst ohne Rücksicht auf ihre Herkunft miteinander verpaart. Nur Kurzhaarkatzen wurden bei der Verpaarung nicht berücksichtigt, zu groß war die Befürchtung, dass die kurzen Haare in späteren Generationen wieder durchkommen könnten.

Perserkatze aus Russland und nicht aus Persien

Betrachtet man die genetische Verwandtschaft, dann kommt die Perserkatze nicht aus Persien oder dem Nahen Osten, sondern aus Russland.

Erste Perserkatzen

Mit der Gründung der ersten Zuchtvereine GCCF und WCF etablierte sich der Begriff Perser für diese langhaarige Katzenrasse. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden dann auch erstmals Zuchtstandards festgelegt. Bis dahin wurde für langhaarige Katzen wohl meist der Begriff Angorakatzen verwendet.

Die ersten Perserkatzen sind mit den von heute allerdings nicht zu vergleichen. Vom Typ erinnerten die ersten Perser eher an Angorakatzen. Im Lauf der Jahrzehnte wurde die Katze dann kleiner, kurzbeiniger und die Stirn runder. Während der Gesichtsschädel immer kürzer wurde, wurde das Fell der Perserin üppiger mit immer mehr Unterwolle.

Um 1970 kam es dann in Amerika zu vielen Massenzuchten der Perserkatze mit all ihren negativen Auswirkungen gerade auf die Gesundheit. Solche Katzen kamen auch nach Europa.

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts ist es dann aber gelungen, wieder kerngesunde Perser zu züchten. Seit beginn des neuen Jahrhunderts gibt es auch Züchter, die sich mit der Zucht neuer Farbschläge wie chocolate und lila beschäftigen.

Verwandte der Perserkatze

1933 wurden in einem der europagroßen Katzenverbände die Rasse Exotic Shor-thairs anerkannt. Sie entspricht im Typus und Charakter der Perser, nur zeigt sie ein kurzes Teddybären-Fell. Viele Liebhaber der Rasse, die auf das typische Kindsgesicht nicht verzichten wollen, finden hier eine artverwandte Rasse, bei der die Fellpflege um vieles leichter ist.

Königin Victoria und die Perserkatzen

Königin Victoria von England soll bei einer der ersten Katzenausstellungen im Jahr 1871 im Kristallpalast in London zwei Katzen vom Typ Perserkatze erstanden haben.